Vedische Astrologie & Jyotish Beratung
Norbert Jonas

Jyotish, Vedische Astrologie & der feinstoffliche Körper

Man sagt, ein Mensch bestehe aus dem Körper, dem Geist und der Seele. Unser Körper ist bekanntlich vergänglich. Unser Geist und unsere Seele werden als unsterblich betrachtet.

Unsere Seele ist der „Lichtfunke Gottes“, unser innerster göttlicher „Wesenskern“, unser wirkliches Selbst – ewig, unbegrenzt, allgegenwärtig und glückselig.
Unsere Seele kann als klitzekleiner weißer Lichtfunke in unserem feinstofflichen Körper erfahren werden. Er ist gewissermaßen kleiner als das „Kleinste“ und gleichzeitig größer als das „Größte“ - klein wegen seinem Ausmaß und groß wegen seiner göttlichen, allgegenwärtigen und alles verbindenden Natur.
Ist die Erfahrung von uns selbst noch begrenzt, so ist dieser weiße Lichtfunke von einer himmelbläulich schimmernden Kugel umhüllt. Wird ein Mensch erleuchtet, dann spricht man von der Befreiung der Seele oder von „Jivan-Mukti“, dann löst sich diese blaue Lichtkugel auf und das „große weiße Licht“ des Selbst erstrahlt in alle Richtungen – man erfährt sich Selbst als unbegrenzt, ewig, allgegenwärtig und glückselig...
Der Entwicklungsgrad der Befreitheit unserer Seele erzeugt die Erfahrungsmöglichkeiten unseres Bewusstseins – wie begrenzt oder unbegrenzt wir uns Selbst erfahren.

Unser Geist entspricht unserem feinstofflichen Körper. Durch ihn erfahren wir unsere individuellen Wesenszüge – unsere Eigenheiten, Stärken und Schwächen. Die kreative Intelligenz unserer Wesenszüge sitzt in den „Energiezentren“ unseres feinstofflichen Körpers.
Die Grundmerkmale der neun Planeten der Vedischen Astrologie können den Energiezentren des feinstofflichen Körpers und den ersten neun Häusern des „Janma-Kundalis“ - des Geburtshoroskops der Vedischen Astrologie - zugeordnet werden.
Dadurch bekommen wir ein ganzheitlicheres Verständnis der Funktion und des Zusammenhangs der Energiezentren unseres feinstofflichen Körpers im Bezug zu unserem sichtbaren Körper und zu unserem Leben in seinen vielfältigen Aspekten.

Die Guru-Energie – die kreative Intelligenz, das Wesen des Jupiters – mag im „Dritten Auge“ sitzen:
Bestimmte Qualitäten und Aspekte von Guru entsprechen dem 2. Haus des Janma-Kundalis – des Geburtshoroskops.
Das Dritte Auge wird auch Auge der Erkenntnis genannt. Somit besteht schon auf dieser Ebene eine Beziehung zwischen Guru und dem Dritten Auge, da Guru direkt den Vorgang der Wissensbildung verkörpert. Das 2. Haus verkörpert den Bereich der Augen und der Stirnhöhle. Es steht für Wohlstand, Wahrhaftigkeit, Reichtum, Nahrung, der Familie usw. All dem liegen unsere Erkenntnisse zugrunde, die man als unseren größten „Schatz“ bezeichnen mag.

Die Shani-Energie – die kreative Intelligenz, das Wesen des Saturns – mag im Energiezentrum des feinstofflichen Körpers im Bereich der Halsgrube sitzen:
Bestimmte Qualitäten und Aspekte von Shani entsprechen dem 3. Haus des Janma-Kundalis.
Shani steht für Pflichterfüllung und auch dem zur Ruhe kommen. Das 3. Haus verkörpert den Bereich der Schilddrüse, der Bronchien usw. Es steht im Zusammenhang mit Dienstleistungen, Handfertigkeiten, eigenen Bemühungen, spirituellen Unterweisungen usw. All das hängt mit der Ruhe und Besonnenheit des sich Kümmerns zusammen, was die Qualitäten von Shani auszeichnet.

Die Chandra-Energie – die kreative Intelligenz, das Wesen des Monds – mag im „Lotus des Herzens“ sitzen:
Und zwar dort, wo die unteren Rippen zusammenkommen.
Bestimmte Qualitäten und Aspekte von Chandra entsprechen dem 4. Haus des Janma-Kundalis.
Die Beziehung von Chandra zum 4. Haus ist eindeutig – in beiden Fällen verkörpern sie die mütterlichen Qualitäten und Aspekte unserer Persönlichkeit. Chandra beherrscht das 4. Tierkreiszeichen, welches dem 4. Haus entspricht und verkörpert den Bereich des Herzens, der Lunge und der Brust.

Die Surya-Energie – die kreative Intelligenz, das Wesen der Sonne – mag im „Solar-Plexus“ sitzen:
Etwa zwei Finger breit unter dem Punkt, wo die unteren Rippen zusammenkommen.
Bestimmte Qualitäten und Aspekte von Surya entsprechen dem 5. Haus des Janma-Kundalis.
Auffällig in diesem Zusammenhang ist natürlich das Wort „Solar-Plexus“, das die Verbindung der Sonnen-Energie zu diesem Bereich verdeutlicht. Die Beziehung von Surya zum 5. Haus ist auch einfach nachzuvollziehen. Ähnlich wie beim Mond gibt es auch hier nur ein Tierkreiszeichen, welches von der Sonne beherrscht wird, nämlich das 5., welches grundsätzlich mit dem 5. Haus in Beziehung steht. Kinder, Selbstbezug, Magen, Leber usw. sind wesentliche Aspekte, die sowohl Surya, als auch dem 5. Haus zugeordnet werden.

Die Budh-Energie – die kreative Intelligenz, das Wesen des Merkurs – mag im Energiezentrum des feinstofflichen Körpers im Nabelbereich sitzen:
Etwa zwei Finger breit unterhalb des Bauchnabels.
Bestimmte Qualitäten und Aspekte von Budh entsprechen dem 6. Haus des Janma-Kundalis.
Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich um unseren Darm herum hundert Millionen Nervenzellen befinden. Wissenschaftler betrachten diesen Bereich sozusagen als eine Art zweites Gehirn, welches jedoch dem Verstand zugeordnet wird – also dem sich aus dem Bauch heraus Entscheiden. Die besonderen Merkmale von Budh wie intellektuelle Fähigkeiten, Darm, Häute, Nerven usw. stehen besonders mit diesen Punkten in Verbindung. Nebenbei gesagt, besteht auch hier eine Beziehung von Budh zum 6. Haus, da Budh auch Herrscher des 6. Tierkreiszeichens ist.

Die Shukra-Energie – die kreative Intelligenz, das Wesen der Venus – mag im Energiezentrum des feinstofflichen Körpers im Bereich der Sexualorgane sitzen:
Etwa in der Mitte zwischen dem Nabel und dem Steißbein.
Bestimmte Qualitäten und Aspekte von Shukra entsprechen dem 7. Haus des Janma-Kundalis.
Shukra verkörpert sowohl die Sexualorgane, als auch die Frau an sich. Shukra beherrscht das 7. Tierkreiszeichen, welches mit dem 7. Haus in Verbindung steht. Das 7. Haus steht auch für die Ehefrau, für die Sexualorgane usw. und ist daher eindeutig als Hauptsitz der Shukra-Energie lokalisierbar.

Die Ketu-Energie – die kreative Intelligenz, das Wesen des absteigenden Mondknotens – mag im Energiezentrum des feinstofflichen Körpers im Bereich des Steißbeins sitzen, aber oberhalb davon:
Bestimmte Qualitäten und Aspekte von Ketu entsprechen dem 8. Haus des Janma-Kundalis.
Ketu beherrscht auch das 8. Tierkreiszeichen und hat somit allein schon eine direkte Beziehung zum 8. Haus, welches körperlich mit dem Bereich des Anus in Verbindung stehen mag. Ketus nach innen gerichtete Qualitäten entsprechen der transzendierenden Qualität des 8. Hauses vollends.

Die Rahu-Energie – die kreative Intelligenz, das Wesen des aufsteigenden Mondknotens – mag im Energiezentrum des feinstofflichen Körpers im Bereich des Steißbeins sitzen, aber unterhalb davon:
Bestimmte Qualitäten und Aspekte von Rahu entsprechen dem 9. Haus des Janma-Kundalis.
Rahu steht für den natürlichen Impuls des Lebens wachsen zu wollen – dem Wunsch nach mehr. Das 9. Haus verkörpert ein ähnliches Prinzip – nämlich das des „Dharmas“. Dharma ist letztendlich die Erfüllung der kosmischen Pflicht - „Wachstum von Glücklichsein“ - durch Handeln im Einklang mit den Naturgesetzen, durch Hingabe an den Willen Gottes.

Die Mangal-Energie – die kreative Intelligenz, das Wesen des Mars – mag im „Tausendblättrigen Lotus“ sitzen:
Also im Scheitelbereich des Kopfes.
Bestimmte Qualitäten und Aspekte von Mangal entsprechen dem 1. Haus des Janma-Kundalis.
Mangal beherrscht auch das erste Tierkreiszeichen, welches mit dem 1. Haus in Verbindung steht und wenn man sich einmal Männer betrachtet, die ein wenig „hitzköpfig“ sein mögen, dann kann man feststellen, dass sie oftmals Glatzen haben. Also ein Anzeichen, dass die feurige Natur der Mangal-Energie im Scheitel-Bereich des Kopfes sitzen mag. Das 1. Haus steht sicherlich auch für die Verwirklichung der Einheit und Ganzheit des Lebens in der Selbstverwirklichung, welche sicherlich auch schon allein durch die Anzahl der Lotusblätter des Tausendblättrigen Lotus ausgedrückt werden. Diese Ganzheit kann sicherlich erst dann entstehen, wenn man keine „Feinde“ mehr hat, sondern das Selbst in jedem erkannt und verwirklicht haben mag. Erst wenn man seine Mangal-Energie voll kultiviert hat, kann diese unendliche Vielfalt von Licht und Schatten, von Liebe und Hass, als Teil von uns Selbst erkannt und angenommen werden.

Im „Linga-Purana“ - einem Aspekt der Vedischen Literatur – kann man lesen, dass sich der Jiva während unseres Wachbewusstseins im Dritten Auge aufhält. Damit wir einen der anderen beiden Grundbewusstseinszustände erfahren, wechselt unser Seelenkern entweder in das Energiezentrum unseres feinstofflichen Körpers im Halsgrubenbereich, wodurch die Erfahrung des Traumbewusstseins entsteht oder in den Lotus unseres Herzens, wodurch die Erfahrung des Schlafbewusstseins entsteht.

Die Quelle unserer Lebensenergie sitzt demnach während unseres täglichen Denkens, Fühlens und Handelns im Dritten Auge. Von dort fließt sie, ein Energiezentrum nach dem anderen nährend, nach unten bis zum Steißbein und fließt dann etwas weiter hinten wieder die Wirbelsäule entlang hoch bis in den Tausendblättrigen Lotus – dem „Tor zur vollkommenen Einheit“.
Erst wer die schwierige ablehnende Energie von Mangal gemeistert hat und jeden Aspekt des Lebens und Sterbens angenommen und integriert hat, mag die Grenzen der Dualität überschreiten. Aber das geht natürlich auch nicht, bevor man alle anderen Qualitäten seiner Wesenszüge ebenso vervollkommnet hat.
Letztendlich ist alles eine Frage der Zeit – das Leben ist auf Vollkommenheit ausgerichtet und selbst in seiner scheinbaren Unvollkommenheit doch stets vollkommen, da jeder Schritt ein perfekter Schritt zur rechten Zeit und am rechten Ort ist, um ein gutes Stück weiterkommen zu können.

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